Wir setzen uns in Nordrhein-Westfalen für eine Bildungspolitik ein, die individuelle Förderung vom einzelnen Kind aus denkt – und daran misst, ob sie tatsächlich wirkt.
Hierbei fordern wir klare Zuständigkeiten und verlässliche Unterstützung ein – damit erkannter Förderbedarf zu konkretem Handeln führt und wiederkehrende Schwierigkeiten auch auf Schul-, Verwaltungs- und Landesebene bearbeitet und überhaupt gesehen werden.
Warum gerade jetzt?
Wir knüpfen an bestehende Förderansätze an und fragen: Wird Förderung verlässlich umgesetzt, was verändert sich beim Kind – und wie wird bei Bedarf nachgesteuert?
Was braucht das Kind?
Welche Förderung ist sinnvoll?
Was verändert sich wirklich?
Wenn Förderung nicht wirkt, muss nicht das Kind „nicht funktionieren". Vielleicht muss die Förderung verändert werden.
Unsere Vision für Schule
Vier Grundgedanken für eine Bildung, die beim einzelnen Kind beginnt.
Wir entwickeln und diskutieren einen Ansatz für wirkungsorientierte individuelle Förderung. Seine Alltagstauglichkeit und Wirksamkeit sollen wissenschaftlich geprüft werden.
Nicht jedes Kind braucht dasselbe – und Gleichbehandlung ist nicht immer gerecht.
Begabung zeigt sich nicht immer in guten Noten. Auch Rückzug kann ein Hinweis sein.
Förderung darf nicht beim Angebot enden. Entscheidend ist, was beim Kind ankommt.
Schule muss aus Beobachtungen lernen – mit schlanker Dokumentation, die pädagogische Entscheidungen unterstützt.
Hochbegabung gehört zur Vielfalt
Hochbegabte Kinder haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse – und sie werden nicht immer durch gute Noten sichtbar. Deshalb schauen wir genauer hin.
Unser Fokus liegt auf der intellektuellen Hochbegabung – also dem besonders ausgeprägten Denk- und Lernvermögen.
Begriffe, klar erklärt
Rund um Begabung kursieren viele Begriffe – oft missverständlich. Hier die wichtigsten, verständlich und ohne Etiketten.
Eine deutlich überdurchschnittliche intellektuelle Begabung. Sie zeigt sich nicht automatisch in guten Noten – manchmal gerade im Gegenteil, etwa durch Unterforderung oder Rückzug.
Üblicherweise spricht man ab einem IQ von etwa 130 von Hochbegabung – das betrifft rund 2 % eines Jahrgangs. Ob sich die Begabung in Leistung übersetzt, hängt stark von passender Förderung, Motivation und Umfeld ab. Bleibt die Passung aus, drohen Langeweile, Unterforderung und innerer Rückzug.
Ein noch selteneres, besonders ausgeprägtes Begabungsniveau. Diese Kinder brauchen oft sehr individuelle Lernwege, weil Regelangebote kaum passen.
Gemeint ist meist ein IQ ab etwa 145. Diese Kinder denken schneller, vernetzter und abstrakter als Gleichaltrige. Regelangebote greifen für sie häufig zu kurz – ohne sehr individuelle Lernwege drohen Unterforderung und Rückzug besonders deutlich.
Wenn das, was ein Kind könnte, und das, was es zeigt, deutlich auseinanderfallen. Ein wichtiges Warnsignal – nicht ein Zeichen fehlender Begabung.
Hochbegabte Underachiever fallen durch unerwartet schwache Leistungen auf – trotz hoher Begabung. Ursachen sind oft langanhaltende Unterforderung, fehlende Passung des Angebots oder emotionale Belastung. Wird das früh erkannt, lässt sich meist gut gegensteuern.
Lernen in die Tiefe und Breite: zusätzliche, anspruchsvollere Inhalte statt einfach „mehr vom Gleichen".
Gutes Enrichment knüpft an die Interessen des Kindes an, ermöglicht eigenständiges Forschen und fordert echtes Denken – nicht bloß zusätzliche Aufgaben. Es lässt sich im Unterricht, in Projektform oder in ergänzenden Angeboten umsetzen.
Schnelleres Vorankommen im eigenen Tempo – z. B. Überspringen oder vorzeitige Einschulung, wenn es zum Kind passt.
Auch das Mitlernen in höheren Jahrgängen für einzelne Fächer gehört dazu. Richtig begleitet zählt Akzeleration zu den wirksamsten Fördermaßnahmen und überfordert Kinder sozial in aller Regel nicht – im Gegenteil, sie finden oft passendere Lernpartner.
Förderung, die beim einzelnen Kind ansetzt – an seinem Entwicklungsstand, seinen Stärken und seinem Tempo – statt an einer gedachten „Durchschnittsklasse".
Für hochbegabte Kinder bedeutet das keine Sonderbehandlung, sondern eine Passung, die ihr Lernen überhaupt erst ermöglicht. Entscheidend ist, dass Förderung nicht beim Angebot endet, sondern daran gemessen wird, was beim Kind tatsächlich ankommt.
Die fachliche Einschätzung einer Begabung, meist durch standardisierte Tests – ergänzt um Gespräche und Beobachtungen.
Eine Diagnostik ist kein Etikett, sondern ein Hilfsmittel, um ein Kind besser zu verstehen und passende Förderung zu finden. Sie wird in der Regel von Psycholog:innen durchgeführt und ordnet die Begabung im Zusammenspiel mit Entwicklung, Interessen und Umfeld ein.
Wie kann Förderung wirksamer werden?
Wir verstehen individuelle Förderung als kontinuierlichen Prozess – immer mit dem Kind im Mittelpunkt. Die Darstellung ist eine vereinfachte Fassung unseres ausführlicheren Konzepts; entscheidend ist, dass auch die Umsetzung einer Maßnahme sichtbar bleibt – denn Förderung kann ausbleiben, bevor überhaupt Wirkung beobachtet werden kann.
Was bewegt uns gerade?
Ein Ansatz, den wir entwickeln und diskutieren – offen für wissenschaftliche Prüfung.
Warum wir stärker auf die Wirkung am einzelnen Kind schauen.
Warum gute Noten kein ausreichender Indikator sind.
Aktuelle Gespräche und Termine.
Unsere Linie seit 2011
Schon unsere ersten Forderungen sprachen von individueller Förderung und unterschiedlichen Lerngeschwindigkeiten. Der Weg zur Wirkung ist die konsequente Fortsetzung.
Der Landesverband formuliert eine einheitliche, langfristige Strategie für individuelle Förderung, unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten und tragfähige Schulkonzepte.
Einsatz für flexible Abschlüsse und die optionale Weiterführung des „Lernens auf Distanz" – u. a. in der Expertenanhörung des Schulausschusses am 09.09.2020.
Mit neuem Vorstand gehen wir den nächsten Schritt: individuelle Förderung als kontinuierlichen Wirkungsprozess – vom einzelnen Kind aus gedacht.
Getragen von den Regionalvereinen
Zur gemeinsamen Vertretung der bildungspolitischen Interessen hochbegabter Kinder auf Landesebene haben sich drei DGhK-Regionalvereine zusammengeschlossen.
Sie suchen eine Erstberatung zu einem hochbegabten Kind? Die zuständigen Berater:innen finden Sie über die Beratersuche.
Wir vermessen keine Kinder. Wir sammeln Erfahrungen und machen wiederkehrende Schwierigkeiten sichtbar.
Um gegenüber der Politik zu zeigen, wo individuelle Förderung in der Praxis tatsächlich hakt, brauchen wir echte Erfahrungen – von Familien, die es erleben. Anonym oder mit Kontaktdaten, ganz wie Sie es möchten.
Ein geschützter, einfacher Weg, Ihre Geschichte beizutragen:
Als anerkannter Elternverband arbeiten wir ehrenamtlich und unabhängig. Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie Stellungnahmen, Gespräche mit Politik und Praxis sowie Materialien für Familien – wirkungsvoll und ohne Umwege.
Als gemeinnütziger Verein stellen wir Ihnen auf Wunsch eine Spendenbescheinigung aus. Geben Sie dafür bitte Ihre Anschrift im Verwendungszweck an.
Dafür brauchen wir den Austausch mit Eltern, Kindern, Lehrkräften, Schulen, Wissenschaft und Politik.
Bildungspolitischer Landesverband der DGhK-Regionalvereine in NRW e. V.
Wir sind bildungspolitisch tätig. Für die persönliche Beratung zu einem einzelnen Kind nutzen Sie die Beratersuche der DGhK.
Der Bildungspolitische Landesverband der DGhK-Regionalvereine in NRW e.V. ist nach §77 Absatz 3 Nr. 2 des nordrhein-westfälischen Schulgesetzes als Elternverband anerkannt – und damit ein offizieller Gesprächspartner der Bildungspolitik.